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Westfalenpost: Mit Maß und Ziel

Hagen (ots) - Tarifpoker im öffentlichen Dienst gestartet Von Thorsten Keim Im Poker um einen neuen Tarifvertrag für die 1,3 Millionen Angestellten im öffentlichen Dienst erleben wir leider wieder ein bekanntes Ritual. Bund und Kommunen jammern ob der zu hohen Forderung und die Gewerkschaften bauen die allbekannte Drohkulisse aus Ausstand und Streik auf, falls die aus ihrer Perspektive legitimen Lohnerhöhungen nicht realisiert werden sollten. Dabei wäre es in Zeiten klammer kommunaler Kassen und in einer Phase, in der die Wirtschaft der schärfsten Rezession seit 80 Jahren soeben entronnen ist, sinnvoll, den rituellen Schacher um Prozente vor und hinter dem Komma zu durchbrechen. Natürlich genießt für die meisten Beschäftigten die Sicherheit des Arbeitsplatzes Priorität. Doch dürfen Bund und Kommunen nicht zu viel Entgegenkommen der auf Lohnerhöhungs-Nachholbedarf reklamierenden Arbeitnehmer erwarten. Die Gewerkschaften sollten indes das Argument nicht überstrapazieren, dass Lohnerhöhungen die Nachfrage ankurbeln. Denn die Krise hat gezeigt, dass trotz Einbußen, etwa durch Kurzarbeit, der Konsum recht stabil geblieben ist. Eine Verhandlung mit Maß und Ziel wäre angemessen zu Beginn eines Jahres, in dem neben dem öffentlichen Dienst auch in der Metall- und Chemiebranche verhandelt wird. Soviel steht schon jetzt fest: Es wird ein Mega-Tarifjahr - aber kein Jahr der Mega-Abschlüsse. Pressekontakt: Westfalenpost Redaktion Telefon: 02331/9174160 Original-Content von: Westfalenpost, übermittelt durch news aktuell

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