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Westfalenpost: Strategie gesucht

    Hagen (ots) - Europas Umgang mit Russland Von Knut Pries Im Konflikt mit Russland gibt Europa ein schwaches Bild ab. Die EU sitzt auf dem Scherbenhaufen dessen, was eine Strategie hätte sein sollen. Mal dominierte die Idee, der Westen habe im postkommunistischen Russland einen verlässlichen Wertepartner; mal behielt das Distanzbedürfnis der Osteuropäer die Oberhand; mal neigte man der arroganten Vorstellung zu, der Kalte Krieg sei erst wirklich gewonnen, wenn der Gegner nicht geschlagen, sondern gedemütigt sei. Auf schwankendem Boden macht man indes keine geradlinige Politik. So beschwor die EU den Wert des neuen Partnerschaftsabkommens, gestattete andererseits den Polen, wegen eines nachrangigen Streits den Verhandlungsstart zu blockieren. Es ist nicht schön, aber begreiflich, dass ein Mann wie Putin angesichts dieser Konfusion des Westens auf die Idee kam, da sei als Rivale mehr zu holen denn als Partner. Es gilt, ihn eines Besseren zu belehren. Dass dabei in der Krise nachgeholt werden muss, was in ruhigeren Zeiten versäumt wurde, ist misslich. Einen Gefallen freilich haben die Russen mit ihrer hemmungslosen Maßregelung des kleinen kaukasischen Nachbarn den Europäern getan: Angesichts dieses Invasionstrecks betagter Panzer sollte der Abschied von alten Illusionen ebenso möglich sein wie die Vermeidung neuer Panik.

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