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Westfalenpost: Das Gute an der Gier

    Hagen (ots) - Im Fall Emig geht es um Grundsätzliches Von Harald Ries Der frühere HR-Sportchef Jürgen Emig hat für seinen Sender Sponsoren aufgetrieben. Er hat von Sportverbänden und -veranstaltern Geld und Sachleistungen dafür bekommen, dass er sie im Programm unterbrachte. Das war von seinen Vorgesetzten so gewünscht. Wie das im Detail ablief, wollten sie offenbar nicht genau wissen, sonst hätte Emig nicht jahrelang unbehelligt in die eigene Tasche wirtschaften können. Nur dies wird ihm vor Gericht vorgeworfen: Dass er sich persönlich bereichert hat. Für den Fernsehzuschauer sind die rund 600 000 Euro, um die es dabei geht, relativ uninteressant. Für ihn stellt sich vielmehr die Frage: Läuft im öffentlich-rechtlichen Fernsehen das, was die Fachredaktionen für wichtig, interessant und attraktiv halten, oder können sich interessierte Parteien Sendezeit außerhalb der ausgewiesenen Werbeflächen kaufen? Die Sender vermeiden hier klare Richtlinien und Transparenz. Emigs kriminelle Gier hatte insofern ihr Gutes, als sie nun den Focus darauf lenkt.

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