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Westfalenpost: In der Zwickmühle Köhlers Bewerbung bringt SPD in Nöte

    Hagen (ots) - Von Bodo Zapp

    Die Karten liegen auf dem Tisch, jedenfalls die mit schwarzgelber Färbung. Horst Köhlers Ja zu einer zweiten Amtszeit bringt die SPD in Nöte. Wenn sie im Gegenzug Herz Dame ausspielt und die in einem Jahr auch noch sticht, wäre die Präsidenten-Wahl gewonnen und die Bundestagswahl damit wahrscheinlich verspielt. Nur mit Stimmen der Linken könnten SPD und Grüne Köhler abwählen - der in der Bevölkerung populär ist. Die Beteuerung, auf Bundesebene mit den Linken keine Koalition einzugehen, würde SPD-Chef Beck niemand abnehmen. Alles andere als eine Festlegung auf Gesine Schwan als Gegenkandidatin würde jedoch bei den Vorsignalen aus der SPD-Führung (Welche Führung?, möchte man fragen), überraschen. Vom Selbstbewusstsein der Partei sprach der Vorsitzende etwas leichtfertig - aus dieser Nummer kommt er wohl nicht heraus. Auch nicht aus der unangenehmen Fragestellung, ob Frau Narjes und der linke Flügel den Parteikurs setzen oder der, der als Chef gewählt wurde. Eine weitere Schramme ist Beck sicher. Die Unterstützung der Köhler-Kandidatur könnte langfristig weniger schmerzen, aber den richtigen Zeitpunkt dafür hat er verpasst. Dass zwei Kandidaten für ein Amt - zumal so honorige - zur Verfügung stehen, ist grundsätzlich gut und gehört zum Wesen der Demokratie. Die Umstände sind leider unglücklich. Für fast alle. Köhler beweist Mut zum Risiko, die Wiederwahl ist ungewiss. Mit der jüngsten Klage über Banken-Monster hatte er sich eigentlich der SPD etwas angedient. Dass er sein Ja ausgerechnet an einem kirchlichen Feiertag in vielen Bundesländern verkündete, wirkt befremdlich.

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