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NOZ: NOZ: Kinderrechtsexperte: Rekrutierung von Kindersoldaten muss stärker verfolgt werden

Osnabrück (ots) - Kinderrechtsexperte: Rekrutierung von Kindersoldaten muss stärker verfolgt werden

Terre des hommes kritisiert auch Bundeswehr - Anwerbung Minderjähriger moniert

Osnabrück. Das Kinderhilfswerk terre des hommes beklagt, dass die Rekrutierung von Kindersoldaten zu selten bestraft wird. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag) sagte Ralf Willinger, Kinderrechtsexperte bei terre des hommes: "Bei der Strafverfolgung gibt es noch viele Missstände. Bisher wurden nur wenige Fälle bestraft". Dabei lasse sich der Einsatz von Jungen und Mädchen als Soldaten eigentlich recht leicht nachweisen, sagte Willinger mit Blick auf den Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten am Freitag.

Willinger sieht vor allem die Vereinten Nationen in der Pflicht, stärker gegen die Rekrutierung Minderjähriger vorzugehen. "Die UN machen teilweise zu wenig. Sie müssen in dem Bereich konsequenter sein und die Verbrechen stärker ahnden, nicht nur in Afrika, sondern auch in Asien und im Nahen Osten."

Das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention legt seit 2002 fest, dass Kinder unter 18 Jahren nicht mehr zwangsweise eingezogen werden dürfen. Das Rekrutieren von Jungen und Mädchen unter 15 Jahren für militärische Zwecke wird sogar als Kriegsverbrechen bewertet. Laut Schätzungen werden derzeit weltweit mindestens 250 000 Jungen und Mädchen als Kindersoldaten eingesetzt, in mehr als 20 Ländern.

Willinger betonte, auch Deutschland müsse sich seiner großen Verantwortung bewusst sein. Es dürfe nicht sein, dass sich die Bundesrepublik einerseits international gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten einsetze, die Bundeswehr aber gleichzeitig jedes Jahr mehrere Tausend 17-Jährige anwerbe. Die Altersgrenze müsse auf 18 Jahre heraufgesetzt werden, forderte der Kinderrechtsexperte.

Seit 2002 findet jeweils am 12. Februar der Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten statt. Mit Protesten und Demonstrationen soll dabei auf den Missbrauch von Kindern als Soldaten aufmerksam gemacht werden. Das Symbol dieses Tages ist eine rote Hand, daher wird der Gedenktag auch als "Red Hand Day" bezeichnet.

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