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NOZ: Gespräch mit Thilo Sarrazin, Schriftsteller und SPD-Politiker

Osnabrück (ots) - Sarrazin gibt westlichen Interventionen Mitschuld an Flüchtlingskrise

Autor: Geschlossene Grenzen verstoßen nicht gegen Menschenwürde - Einheitliches europäisches Asylrecht gefordert

Osnabrück.- Angesichts der massiven Zuwanderung durch Flüchtlinge hat der Schriftsteller und SPD-Politiker Thilo Sarrazin eine schärfere Kontrolle der EU-Außengrenzen gefordert. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag) sagte er, "wenn Sie eine staatliche Grenze nicht überschreiten dürfen, verstößt das in keiner Weise gegen die Menschenwürde". Vielmehr bewirke dieser Umstand, dass zahlreiche Menschen gar nicht erst ihre Heimat verließen. Die Sicherung von Grenzen sei in Geschichte und Gegenwart stets Voraussetzung für ein prosperierendes Gemeinwesen gewesen.

Der frühere Bundesbank-Vorstand gab internationalen Interventionen eine Mitschuld an der Flüchtlingskrise. "Ich kenne keinen einzigen militärischen Eingriff des Westens außerhalb Europas seit dem Zweiten Weltkrieg, der nicht zu mehr Unheil führte, als er Segen gebracht hätte", erklärte er mit Blick auf beispielsweise den Irak und Libyen.

Sarrazin forderte ein einheitliches europäisches Asylrecht. Die Verteilung der Asylbewerber müsse sich nach den Bevölkerungsanteilen der Mitgliedstaaten richten. Auch sei die Messlatte höher zu legen. "Nach den gegenwärtigen Standards haben vier von fünf Menschen, die auf dieser Welt leben, dem Grunde nach ein Asylrecht in Deutschland. Das ist absurd", sagte der Autor ("Deutschland schafft sich ab").

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