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NOZ: Gespräch mit Brigitte Pothmer, Grünen-Arbeitsmarktexpertin

Osnabrück (ots) - Grüne: Jobcenter sind bei Betreuung von Flüchtlingen am Limit angelangt

"Soforthilfe von 250 Millionen Euro nötig" - Pothmer forder Arbeitsministerin zum Eingreifen auf

Osnabrück.- Die Grünen-Arbeitsmarktexpertin Brigitte Pothmer sieht Jobcenter bei der Betreuung von Flüchtlingen "am Limit" und fordert den Bund zu finanzieller Soforthilfe auf. Etwa 187.000 Menschen warteten schon jetzt auf Unterstützung, sagte Pothmer in einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag).

Die Zahl der Hilfesuchenden werde weiter schnell steigen. Die Jobcenter bräuchten sofort mindestens 250 Millionen Euro. Es fehlten geschultes Personal, Dolmetscher und Sprachkurse, sagte die Abgeordnete. Jeder Tag Verzögerung verringert die Chancen auf eine schnelle und gelungene Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt und belastet die Beschäftigten in den Jobcentern. Pothmer warf Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) vor, bisher noch keinen einzigen zusätzlichen Euro zur Verfügung gestellt zu haben. Erst für 2016 habe die Ministerin Mittel in Aussicht gestellt und den Bedarf auf bis zu 3,3 Milliarden Euro beziffert. "Das ist viel zu spät", beklagte die Grünen-Expertin.

Mindestens eine Vorlaufzeit von einem halben Jahr sei nötig, bis Personal und Maßnahmen zur Verfügung stünden und die Hilfe bei den Flüchtlingen ankomme. Nach Angaben von Pothmer hat sich allein die Zahl der arbeitssuchenden Syrer binnen eines Jahres von 24 000 auf 57 000 mehr als verdoppelt. Seit Ostern schlügen die Jobcenter deswegen Alarm. Der Großteil der Flüchtlinge, etwa 90 Prozent, werde in den vom Bund finanzierten Jobcentern betreut. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat nach Angaben von Pothmer schon im Juli zusätzliche 50 Millionen Euro aus ihrem eigenen Haushalt für die Integration von Asylsuchenden freigegeben. Im Juni habe Heinrich Alt, damaliges Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, 1000 zusätzliche Mitarbeiter für die Jobcenter gefordert. "Alle diese Forderungen sind bisher bei der Arbeitsministerin auf taube Ohren gestoßen", erklärte Pothmer.

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