Neue Osnabrücker Zeitung

NOZ: Interview mit Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks

Osnabrück (ots) - Handwerk: Wir brauchen Zuwanderung

Generalsekretär fordert drei Jahre Bleiberecht und zwei Jahre Beschäftigung für Auszubildende, die nur geduldet sind

Osnabrück.- Das Handwerk hat dazu aufgerufen, sich von fremdenfeindlichen Protesten nicht beeindrucken zu lassen. "Schon jetzt treiben die Zuwanderer die Beitragseinnahmen der Rentenversicherung entscheidend in die Höhe", sagte Holger Schwannecke, Generalsekretär beim Zentralverband des Deutschen Handwerks, in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). "Wir brauchen Zuwanderung, um die Fachkräftelücke zu schließen." Jeder vierte Auszubildende im deutschen Handwerk habe ausländische Wurzeln. "Die Tendenz ist steigend", sagte Schwannecke. Die Unternehmen würden gern mehr junge Menschen mit Migrationshintergrund ausbilden. Dazu sei bei Auszubildenden, die in Deutschland nur geduldet seien, aber mehr Rechtssicherheit nötig. "Hier muss die Formel 3+2 gelten, das heißt Bleiberecht für die dreijährige Ausbildung plus zwei Jahre Beschäftigung", sagte der Generalsekretär. Erst dann lohne es sich für beide Seiten. Er äußerte die Hoffnung, dass die Bundesregierung hier nachbessere. Bisher werde über das Bleiberecht dieser Flüchtlinge in Ausbildung jedes Jahr neu befunden. "Das ist ein hoher Druck für einen jungen Menschen, der vor allem Unterstützung braucht", erklärte Schwannecke.

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Handwerk: Der Meister verdient mindestens so viel wie ein Bachelor-Absolvent

Werbung um Abiturienten - Auch in diesem Jahr fehlen voraussichtlich 20 000 Auszubildende

Osnabrück.- Angesichts einer Lehrlingslücke mit voraussichtlich 20 000 offenen Ausbildungsstellen auch 2015 wirbt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) verstärkt um Abiturienten. " Wer den Meisterbrief hat, verdient im Schnitt mindestens so viel wie ein Bachelor-Absolvent", sagte Generalsekretär Holger Schwannecke der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Meister seien auch nur zu zwei Prozent von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Betriebe machen laut Schwannecke mehr "maßgeschneiderte Angebote", weil mehr als die Hälfte eines Jahrgangs zu Abitur und Hochschule strebten. Geplant sei ferner das Projekt "Ausbildung mit Abitur", das in Österreich und der Schweiz erfolgreich laufe.

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Handwerk kritisiert "Neiddebatte" über Erbschaftssteuer

"Hürden für Übernahme von Familienbetrieben zu hoch" - Appell an die Bundesregierung

Osnabrück.- Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat vor einer "Neiddebatte" über die Erbschaftssteuer gewarnt. Statt Förderung und Unterstützung gebe es Abschreckung und Drangsalierung kleiner Unternehmen, sagte Generalsekretär Holger Schwannecke der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Die Hürden bei der Übergabe von Familienbetrieben seien "noch zu hoch", betonte er mit Blick auf den Regierungsentwurf zur Erbschaftssteuer. Deutschland brauche kleine regionale Betriebe. Es gehöre ein hohes Maß an Verantwortung zur Übernahme und Führung eines solchen Unternehmens. Er sehe aber mit Bestürzung, dass der Einsatz für den Fortbestand von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen nicht hinreichend gewürdigt werde. Nach dem Entwurf solle lediglich bei Kleinstunternehmen mit bis zu drei Mitarbeitern auf die Erbschaftssteuer verzichtet werden. "Hier muss die Grenze auf bis zu sieben Mitarbeiter erhöht werden", forderte Schwannecke.

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