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NOZ: Interview mit Avi Primor, früherer israelischer Botschafter in Deutschland

Osnabrück (ots) - Primor fordert internationale Truppen im Westjordanland

Israelischer Ex-Botschafter: Glaubwürdige Sicherheitsmaßnahmen für Abzug erforderlich

Osnabrück. Der frühere israelische Botschafter in Deutschland, Avi Primor, fordert den Einsatz internationaler Truppen im Westjordanland, um den Weg zur Gründung eines Palästinenserstaats zu ebnen. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag) sagte der Diplomat: "Wir brauchen Sicherheitsmaßnahmen, die glaubwürdig für die Israelis sind. Die kann uns Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nicht gewährleisten, weil er zu schwach dafür ist."

Primor sagte, die internationale Gemeinschaft, "vor allem die USA und die EU", habe die Chance einzugreifen, indem sie Truppen ins Westjordanland entsende. "Nicht eine Beobachtermission, sondern eine internationale Armee, die im Zweifel gegen die Extremisten kämpft und die Sicherheit garantiert", stellte der ehemalige Botschafter klar.

Nur so könnte die israelische Bevölkerung überzeugt werden, Druck auf die eigene Regierung auszuüben, um das Westjordanland und die Siedlungen zu räumen. Ansonsten sei die Angst unter den Israelis zu groß, dass nach einem Abzug aus dem besetzten Gebiet Radikale die Kontrolle übernähmen, wie im Gazastreifen. "Das kann man sich im Westjordanland nicht leisten, dafür liegt es zu zentral in Israel", erläuterte Primor.

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