Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Interview mit Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer

Osnabrück (ots) - Ärzte beklagen Einmischung der EU in deutsches Gesundheitswesen

Montgomery: Bundesregierung sollte solche Tendenzen abwehren

Osnabrück.- Die Ärzte haben eine zunehmende Einmischung der EU in das deutsche Gesundheitswesen beklagt. In einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag) kritisierte Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery einen Tag vor der Europawahl einen "wachsenden Machthunger" der Europäischen Kommission und erklärte: "Wir wünschen uns, dass die Bundesregierung solche Tendenzen abwehrt."

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sei da aber schon gut unterwegs, fügte der Ärztepräsident hinzu.

Als Beispiele für die Einmischung in Detailfragen des Gesundheitswesens nannte er Verordnungen über klinische Prüfungen oder über EU-weit geltende Normen zur Berufsausübung von Ärzten. "Wir wollen unser Gesundheitswesen nicht europäisch normieren lassen", erklärte Montgomery. "Unser hohes Niveau der medizinischen Versorgung muss bleiben." Der Präsident der Bundesärztekammer äußerte sich vor dem Deutschen Ärztetag, der am Dienstag in Düsseldorf beginnt.

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Ärzte fordern Politiker zu mehr Engagement in der Prävention auf

Montgomery: Nicht nur als medizinische Aufgabe begreifen

Osnabrück.- Die Ärzte drängen auf ein Präventionsgesetz. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag) sagte Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery: "Wir wünschen uns ein Gesetz, das Prävention nicht nur als medizinische Aufgabe begreift." Prävention müsse früh anfangen, und zwar bereits in Kindergärten und Schulen sowie bei der Ernährungs- und Elternberatung. Montgomery beklagte, das bisherige Engagement der Politik für die Prävention sei nur gering. 2013 sei das Präventionsgesetz aus übergeordneten politischen Gründen direkt vor der Bundestagswahl gescheitert. "So darf man mit der Prävention nicht umgehen!", kritisierte der Ärztepräsident.

Montgomery bemängelte, die präventive Beratung sei nicht ausreichend geregelt. "Das Dilemma ist ja, dass man heute in der Prävention viel investieren muss, aber wirtschaftlichen Erfolg frühestens in rund 30 Jahren erwarten kann, wenn die Menschen nicht krank geworden sind." Der Präsident der Bundesärztekammer äußerte sich vor dem Deutschen Ärztetag, der am Dienstag in Düsseldorf beginnt. Ein Thema wird die Prävention sein.

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