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Neue OZ: Kommentar zu Sprache
Forschung

Osnabrück (ots) - Kreativer Schub

Was die Sprache anbelangt, bleiben wir wohl ewig Kinder: Wir horchen auf, wenn da einer von einem "zugetackerten und völlig verpeilten Spacko" redet, einem Idioten mit vielen Piercings, der nichts versteht. Wir versuchen, den Bedeutungszusammenhang zu erfassen und probieren vorsichtig die neuen Worte aus, um kein "Honk" zu bleiben, kein dummer Mensch, der von Neuem abgekoppelt ist. Doch Sprachwandel vollzieht sich momentan rasend schnell. Nichts klingt so abgestanden wie die Jugendsprache von gestern. Wozu also unbedingt mithalten wollen, wenn man über 25 ist?

Vor allem die Umgangs- und Jugendsprache ist weit offen für liebevoll verspielte, aber auch drastische Neuschöpfungen. Die sich einbürgern, weil sie neue Phänomene griffig auf den Punkt bringen. Bei Weitem nicht alles davon findet seinen Weg ins Schriftdeutsch, weshalb die geschriebene Sprache oft unlebendiger wirkt als die gesprochene. Ohne den ständigen Jungbrunnen aus der kreativen Umgangssprache würde die sogar in Wirklichkeitsferne erstarren. Solange beide Sprachwelten sich nicht verdrängen, besteht ja auch kein Grund zur Sorge.

Christine Adam

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