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Neue OZ: Kommentar zu Gewalttaten auf Frauen

Osnabrück (ots) - Hinschauen statt wegsehen

Ein falsches Wort, ein Streit, dann trifft die Faust den Bauch: Die Zahlen, die eine EU-Studie zur Gewalt gegen Frauen ans Licht gebracht hat, sind erschreckend. 33 Prozent der Frauen haben europaweit seit ihrer Jugend Gewalt erfahren. Noch mehr werden sexuell belästigt. Besonders schlimm ist, dass Frauen körperliche oder sexuelle Übergriffe häufig durch den eigenen Partner und in den eigenen vier Wänden erfahren. Das eigentliche Zuhause wird zur Hölle. Doch das trifft nicht nur Frauen. Denn so erschütternd die Zahlen auch sind, eines darf nicht verschwiegen werden: Männer sind fast genauso oft Opfer von häuslicher Gewalt durch Frauen wie umgekehrt. Während es Gewalt gegen Frauen langsam aus der Tabuzone schafft, werden Angriffe gegen Männer oft verschwiegen. Aus der Hölle von Schlägen und Belästigungen herauszukommen ist schwer. Überwindung und Schamgefühl sind für viele Betroffene zu hoch, verständlich. Wer gibt schon gerne zu, dass sich hinter der Fassade einer Beziehung ein Abgrund auftut? Umso stärker sind Außenstehende gefragt: Freunde, Verwandte, Kollegen. Hinschauen statt wegsehen, einmischen statt ignorieren, darauf kommt es an. Wer vermutet, die oder der Bekannte könnte geschlagen oder belästigt werden, sollte aktiv werden. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig fragen, lautet die Devise. Sonst landet die Faust wieder und wieder im Bauch.

Nadine Grunewald

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