Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Landtag
Affären
Edathy

Osnabrück (ots) - Im Glashaus

Der Eindruck kann nur verheerend gewesen sein, den die Debatte über den Fall Edathy am Mittwoch bei den Schulklassen hinterlassen hat, die als Besuchergruppen das Geschehen im Niedersächsischen Landtag verfolgten.

Gerade dieser anrüchige Fall hätte es erfordert, betont sachlich über Kinderpornografie zu reden und verbesserte Schutzmöglichkeiten auszuloten. Natürlich wäre es auch angemessen gewesen, kritisch zu beleuchten, inwieweit es bei den aktuellen Ermittlungen Pannen und Versäumnisse gegeben hat und ob nicht seitens des Regierungslagers noch eher Klartext in dieser Angelegenheit hätte gesprochen werden können.

Aber wie dann die Diskussion geführt wurde - vergiftet und mit eilfertigen Schuldzuweisungen -, war unerträglich. CDU-Fraktionschef Björn Thümler muss sich vorhalten lassen, die Auseinandersetzung maßgeblich auf diese Spur gebracht zu haben. Er wollte offenkundig unterschwellig zum Ausdruck bringen, dass bei den Sozialdemokraten Probleme im sexuellen Umgang mit Kindern keine Ausnahme seien und eher verdrängt würden.

Verständlich, dass die SPD-Abgeordneten dies als unflätigen Angriff werteten - zumal Thümlers Attacke quasi aus dem Glashaus kam: Ende 2011 hatte ein CDU-Landtagsabgeordneter seinen Hut nehmen müssen, weil er eine 15-Jährige per Mail sexuell belästigt hatte.

Man kann nur hoffen, dass solche Keilereien wie jetzt sich nicht wiederholen.

Hans Brinkmann

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