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Neue OZ: Kommentar zu Ukraine

Osnabrück (ots) - Figur im kaltblütigen Schachspiel

Auf dem Maidan in Kiew liegen Tote, erschossen von Heckenschützen, die mit scharfer Munition feuern. Egal ob Präsident Viktor Janukowitsch dahintersteckt oder radikale Regierungsgegner, die Hass säen wollen: Diese Hinrichtungen sind der nächste Schritt zur Verrohung der Beteiligten an diesem Konflikt, der als friedlicher Protest auf dem Unabhängigkeitsplatz begann. Jeder Tote treibt die Ukraine weiter auseinander, macht die Chancen auf Versöhnung etwas kleiner.

Zu glauben, die Krise könne nur in der Ukraine selbst gelöst werden, ist zu kurz gedacht. Moskau hat Janukowitsch unmissverständlich klargemacht, dass er für Ordnung sorgen soll. Ohne Ruhe auf Kiews Straßen kein neues Geld für den nahezu bankrotten Staat, lautet die Botschaft. Freiwillig wird Russland in diesem Machtkampf nicht klein beigeben, ebenso wenig wie EU und USA.

Das kaltblütige Tauziehen um geopolitischen Einfluss zwischen dem Westen und Russland kostet in Syrien bereits seit drei Jahren jeden Tag ungezählte Menschenleben. Auch die Ukraine ist eine Figur in diesem Schachspiel. Es rächt sich, dass die USA und Europa die Beziehungen zum Kreml in den vergangenen Jahren sträflich vernachlässigt haben. Statt sich auf Augenhöhe zu begegnen, lebt der Kalte Krieg fort, auf westlicher Seite begleitet von einem herablassenden Lächeln gen Osten, während Russland seinen Großmachtstatus zu wahren versucht. Darunter droht die Ukraine nun zu zerbrechen.

Franziska Kückmann

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