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Neue OZ: Kommentar zu Kunst
Großbritannien

Osnabrück (ots) - Mitten ins Herz der Börsenwelt

Dieser Kunstschuss geht mitten ins Herz - jedenfalls in das Herz der Börsenwelt. Ausgerechnet in der Londoner City, dem Hotspot der hochgradig spekulativ operierenden Finanzwelt, platziert Hans Haacke sein "Gift Horse". Die Börsendaten auf dem Pferdeskelett: Giftiger geht sie kaum, die Kritik an einer Welt, in der eben nicht die Kunst, sondern das Geld regiert.

Hans Haacke arbeitet sich an diesem Thema sein Leben lang ab. Er eckte 1971 im Guggenheim-Museum an, als er in einer Installation die Immobiliengeschäfte der Guggenheim-Trustees offenlegte. Er schockte 1974, als er anlässlich des Ankaufs eines Manet-Bildes in Köln die Tätigkeit von Josef Abs, damals Museumsförderer, im Dritten Reich dokumentierte. Haacke provozierte. Seine Ausstellungen wurden mehrfach geschlossen.

Der Skandal ist der Klassiker von morgen: Ganz nach diesem Grundsatz haben Haackes Arbeiten heute Referenzstatus für eine politisch engagierte Kunst. Die Skulptur auf dem Trafalgar Square wird sich in diese Reihe nahtlos einfügen. Die Kunst ist dann wieder Stachel im Fleische der Finanzwelt. Das wird die Banker kaum beeindrucken. Aber es gibt sichtbare Kritik. Immerhin.

Stefan Lüddemann

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