Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Gespräch mit Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks

Osnabrück (ots) - Müttergenesungswerk: Immer mehr erschöpfte Väter

Geschäftsführerin Schilling: Anstieg um mehr als zehn Prozent - Ablehnungsquote bei Krankenkassen sinkt

Osnabrück.- Die Zahl der Väter, die Vater-Kind-Kuren beantragen, wird nach Einschätzung des Müttergenesungswerkes (MGW) in den kommenden Jahren weiter steigen. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag) sagte Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks: "Wir stellen vermehrt Anfragen von erschöpften Vätern fest, die Bedarf an einer Kur anmelden." Waren es im Jahr 2011 noch 850 Väter, die eine MGW-Kur angetreten hatten, stieg die Zahl in 2012 auf 950, teilte Schilling mit. Für das Jahr 2013 erwarte man eine "mindestens ebenso große Zahl", so Schilling. "Die Anfragen von belasteten und dadurch krank gewordenen Vätern erreichen uns regelmäßig", fügte Schilling hinzu. Allerdings machten die Väter-Kind-Kuren aktuell erst zwei Prozent der MGW-Kuren aus. "Die Zahl wird aber wachsen", schätzt Schilling ein.

Seit Anfang 2012 gelte zudem die neue Begutachtungsrichtlinie, nach der die Krankenkassen über eine Bewilligung einer Mutter- oder Vater-Kind-Kur entscheiden. Diese habe einen "eindeutig positiven Effekt", so die Geschäftsführerin. "Die Ablehnungsquote lag 2010 und 2011 bei etwa 35 Prozent. 2012 sank sie auf 19 Prozent", sagte Schilling. Auch für 2013 erwarte sie hier einen "ähnlichen Wert". "Der Bundesgerichtshof hatte zuvor nach einem Prüfauftrag den ,Anschein von Willkür und Beliebigkeit' bei den Kassen festgestellt. Schließlich bieten Kuren für Krankenkassen auch immer Möglichkeiten zu sparen. Wenn eine Kasse eine Kur bewilligt, muss sie diese ja dann auch bezahlen. Dieser Widerspruch war in der Statistik sichtbar", erläuterte Schilling. Die überarbeitete Richtlinie habe hier zu einer "Verbesserung der Situation betroffener Mütter und Väter" geführt.

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