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Neue OZ: Kommentar zu Kampftruppeneinsatz in Zentralafrika

Osnabrück (ots) - Fehlende Konzepte

Das Gute vorab: Deutschland will keine Kampftruppen in die Zentralafrikanische Republik schicken und sich stattdessen auf die Fortsetzung des Ausbildungseinsatzes in Mali konzentrieren. Tote deutsche Soldaten wie in Afghanistan bleiben uns hier vermutlich erst einmal erspart. Wobei erneut ein Grundproblem der deutschen Außenpolitik zutage tritt. Es wird viel über den Einsatz der Bundeswehr in Krisengebieten angesichts der gewachsenen Verantwortung der Bundesrepublik geredet. Aber was heißt das? Die Verantwortung aus der Geschichte zweier Weltkriege holt uns immer wieder ein: Wofür und weshalb wird die Bundeswehr im Ausland eingesetzt? Sind es eher humanitäre, politische oder wirtschaftliche Gründe? Über die Frage stolperte 2010 schon Bundespräsident Köhler. Frankreich als ehemalige Kolonialmacht hat diese Probleme offensichtlich nicht. Dank seiner immer noch vorhandenen Militärpräsenz in Afrika greift das Land schnell bei Unruhen ein, um wirtschaftliche Interessen zu schützen. Präsident Hollande weiß um die Kosten solcher Einsätze. Da kommen Merkel & Co als Zahlmeister gerade recht, um Lasten abzufedern. Angesichts fehlender Konzepte und Perspektiven in Afrika ist das Geldverschwendung. Eine bittere Erkenntnis angesichts des Elends der betroffenen Bevölkerung.

Berthold Hamelmann

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