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Neue OZ: Kommentar zu Parteien
CSU

Osnabrück (ots) - Kleiner Doktor, großer Ärger

Wer betrügt, der fliegt: Mit diesem unsäglichen Slogan macht die CSU Front gegen Osteuropäer. Jetzt stellt sich heraus, dass ausgerechnet das Saubermann-Image des frisch gekürten CSU-Generalsekretärs Andreas Scheuer Risse hat. Er schmückt sich mit einem fragwürdigen Doktortitel, den er nicht in ganz Deutschland tragen darf.

Nachdem der öffentliche Druck zu groß geworden ist, will der Karrierist Scheuer - der als Brad Pitt der CSU gilt - auf seinen mysteriösen Titel verzichten. Doch reicht das? Nach dem Plagiator Guttenberg hat die CSU eine neue Affäre.

In Bayern und Berlin darf der Spitzenpolitiker zwar den in Prag erhaltenen Titel tragen. In den anderen Bundesländern müsste er jedoch die Abkürzung "PhDr." nutzen. Letztlich steht Scheuers "kleines Doktorat" aus Tschechien auf einer Stufe mit einem ganz normalen Master-Abschluss.

Warum schmückte sich Scheuer dann bundesweit mit einem Doktortitel? Darüber lässt sich nur spekulieren. Doch Tatsache ist, dass der akademische Titel noch immer als ein Türöffner für höchste Posten gilt. Die Geschichte vom kleinen Doktor der CSU sagt also viel über die Moral mancher Nachwuchspolitiker im Berliner Politik-Betrieb aus - und zeigt zudem, dass es Menschen gibt, die sich von Titeln offenbar gerne blenden lassen. CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer wird prüfen müssen, ob die Partei einen neuen Generalsekretär benötigt.

Michael Clasen

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