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Neue OZ: Kommentar zu Klavierbau

Osnabrück (ots) - Die Grenzen der Anpassungsfähigkeit

Das Klavier ist der Inbegriff bürgerlicher Behaglichkeit. Gleichzeitig ist das Instrument mit von der Partie, wenn das Kabarett seine Pfeilspitzen gegen ebendiese Behaglichkeit feuert. Im Jazzkeller hat es seinen festen Platz und im feinen Konzertsaal sowieso - der schwarze Kasten sieht sperrig aus und fügt sich doch flexibel und selbstbewusst in jede Situation. Und trotzdem soll das Klavier in Gefahr sein?

Nun, Pleyel in Frankreich hat erst kürzlich die Produktion eingestellt, das deutsche Traditionsunternehmen Ibach schon vor einigen Jahren, und das Flaggschiff Steinway überlebt nur dank eines Investors. Die deutschen Spitzenhersteller indes prognostizieren rosige Zeiten - ja was nun?

Unternehmen wie Steingräber und Gotrian-Steinweg haben erkannt, was sie krisenfest macht: ihr guter Ruf. Ibach zum Beispiel hat in Asien produzieren lassen, senkte damit aber nicht nur die Kosten, sondern auch die Qualität und ruinierte damit seinen Nimbus. Das mag der Branche eine Lehre gewesen sein; sie hat offenbar ihre Konsequenzen daraus gezogen. Gut so. Denn wir brauchen den unförmigen schwarzen Kasten mit dem wunderbaren Klang.

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