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Neue OZ: Kommentar zum Buchhandel

Osnabrück (ots) - Lesen bleibt hochattraktiv

Wie erfreulich, wenn sich düstere Ahnungen oder Unkenrufe als unzutreffend erweisen. Gerade kleinere Buchhändler haben vom Weihnachtsgeschäft profitiert, und das nicht nur, weil es am Tag vor dem Heiligen Abend zu spät für den Internet-Versandhandel war. 1,2 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr belegen eindrucksvoll: Bücher sind nach wie vor hochattraktiv als Geschenk. Das Lesen bleibt eine beliebte Freizeitbeschäftigung trotz ständig nachwachsender Konkurrenz auf dem Bewegtbildmarkt.

Erstaunlich beim Überangebot von Filmen aller Art: die anhaltende Lust am Lesen als Rückzug in innere Fantasieräume, in denen die Bilder selbstständig hergestellt werden müssen. Vielleicht spüren viele vom hohen Tempo unserer Tage bedrängte Menschen, dass das Lesen eine der wenigen Nischen ist, die endlich ein höchst individuelles Tempo erlauben. Wer liest, führt selbst Regie im Zeitablauf des inneren Films, selbst wenn der Buchautor mit seiner Dramaturgie selbstverständlich dabei ein Wörtchen mitzureden hat. Das kann manche innere Ordnung zurechtrücken, die im Stakkato der Außenreize aus den Fugen geraten ist. Lesen ist also kein Luxus, sondern Gegengewicht und heilsames Korrektiv.

Christine Adam

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