Neue OZ: Kommentar zu Sterbehilfe

Osnabrück (ots) - Gute Alternative

Die Unzufriedenheit ist groß in der Union mit dem Entwurf zur Sterbehilfe, den die liberale Justizministerin präsentiert und den das Kabinett gebilligt hat. Dass viele Abgeordnete grummeln, hat seinen Grund, denn so ein Gesetz würde zu einer hochproblematischen, ja lebensgefährlichen Entwicklung führen. Daher ist es hilfreich, dass nun ein Alternativvorschlag vorliegt.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Beiratsmitglied der Sterbehilfe fördernden Humanistischen Union, wollte lediglich die gewerbsmäßige Hilfe zur Selbsttötung bestrafen. Das Geschäft mit dem Tod hätte sie damit vielleicht eingedämmt, nicht aber andere Formen der Beihilfe zum Suizid, etwa durch Sterbehilfe-Vereine. Das hätte bedeutet: Diese Organisationen wären im Rechtsgefühl als erlaubt wahrgenommen worden und die von ihnen angebotene Beihilfe zur Selbsttötung als gewöhnliche Dienstleistung. Wer aber alt, krank, verzweifelt und hilfsbedürftig ist, dem gibt man das falsche Signal, wenn man ihm bedeutet: Lass dich doch einfach umbringen. Und bei Betroffenen würde der Druck steigen, Angehörigen und der Gesellschaft nicht zur Last fallen zu wollen. Der Alternativentwurf will das verhindern. Das ist gut so. Vermutlich droht nun wieder mal ein Koalitionsstreit. Doch ein neuer Anlauf ist eindeutig besser als ein schnell durchgepeitschtes Gesetz. Es geht schließlich um Leben und Tod.

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