Alle Storys
Folgen
Keine Story von Neue Osnabrücker Zeitung mehr verpassen.

Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Frankreich

Osnabrück (ots)

Die Angst vor der lahmen Ente

In Frankreich steht ein historischer Machtwechsel bevor. Bewahrheiten sich die Prognosen, verfügt das linke Lager um den neuen sozialistischen Präsidenten François Hollande über die Mehrheit in beiden Parlamentskammern. Senat und Nationalversammlung zu steuern ist nicht einmal dem Linken-Idol Mitterrand gelungen.

Hollande ist auf den Sieg seiner Parti Socialiste nach der zweiten Runde der Parlamentswahl dringend angewiesen. Für den Staatschef wäre es eine bittere Pille, wenn die konservative UMP in der Nationalversammlung die meisten Sitze holt. Eine dann unvermeidliche Cohabitation mit dem politischen Gegner würde ihn zur lahmen Ente degradieren.

Um das zu vermeiden, hat Hollande das Wahlvolk mit manchem Zückerchen beglückt. Insgesamt kosten die Wohltätigkeiten etwa 20 Milliarden Euro. Ob er seine süßen Versprechen von früherer Rente bis hin zu höherem Mindestlohn halten kann, steht auf einem anderen Blatt. Angesichts einer hohen Arbeitslosenquote und einer enormen Staatsverschuldung in Höhe von vier Fünfteln der jährlichen Wirtschaftsleistung kommt er womöglich bald zu anderen Erkenntnissen. Kanzlerin Angela Merkel dürfte sich im Zwiespalt befinden: Inmitten der Euro-Krise braucht sie zwar einen starken Präsidenten für ein kraftvolles deutsch-französisches Gespann. Doch könnte ihr ein Erstarken des linken Lagers im Nachbarland eine zunehmend widerspenstige Opposition in Berlin bescheren.

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Storys: Neue Osnabrücker Zeitung
Weitere Storys: Neue Osnabrücker Zeitung
  • 08.06.2012 – 22:00

    Neue OZ: Kommentar zu Festivals / Theater

    Osnabrück (ots) - Neue deutsche Schlichtheit Ist es nur Zufall, dass die jungen Autoren beim Dramatikerwettbewerb in Mülheim allesamt keine reelle Chance hatten gegen so ein literarisches Schwergewicht wie Peter Handke? Oder anders gefragt: Liegt es vorwiegend an den Regisseuren, dass eigentlich gehaltvollen neuen Stücken Ernst und Tiefgang weggetändelt werden, wie Wettbewerbs-Moderator Gerhard Jörder sinngemäß in ...

  • 08.06.2012 – 22:00

    Neue OZ: Kommentar zu Konjunktur

    Osnabrück (ots) - Übertriebene Ängste Dass die Euro-Krise dauerhaft an der deutschen Konjunktur vorbeigehen würde, konnten nur unerschütterliche Optimisten glauben. Die ersten Ausläufer erreichen jetzt das Land. Die Exporte schwächeln, die Industrie meldet sinkende Umsätze. Ist dies der Anfang einer Rezession? Nein, sagt die Bundesbank, und erhöht ihre Wachstumsprognose sogar. 2012 soll die deutsche Wirtschaft nun um ein Prozent zulegen. Ein Boom ist das zwar nicht. ...

  • 08.06.2012 – 22:00

    Neue OZ: Kommentar zu Europa / Finanzkrise / Spanien

    Osnabrück (ots) - Offenbarungseid Gedränge unter dem Euro-Rettungsschirm: Wie es aussieht, werden sich nach Griechen, Portugiesen und Iren nun auch die Spanier unter den Schutz des EFSF begeben. Es ist ein überfälliger Offenbarungseid. Denn lange schon steht fest, dass Spanien nicht mehr in der Lage ist, alleine mit seinen Problemen fertig zu werden. Doch die Furcht, strenge Sparauflagen erfüllen zu müssen, hatte ...