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Neue OZ: Kommentar zu Japan
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Osnabrück (ots)

Rating A - wie Atomkraft

Im Rückblick auf die Wirtschaftsentwicklung in Japan sprach manch ein Experte schon vor längerer Zeit von 15 verlorenen Jahren. Dann kam 2011 die Natur- und Atomkatastrophe dazu. Keine Frage: Der einst kraftstrotzende Industriegigant im Fernen Osten kommt nur schwer wieder auf die Beine. Darüber kann auch das japanische Wirtschaftswachstum von 4,1 Prozent im ersten Quartal nicht hinwegtäuschen.

Wesentlicher Grund für dieses Plus sind hohe öffentliche Investitionen in den Wiederaufbau der Katastrophengebiete. Doch die lassen die ohnehin auf Rekordniveau liegende Staatsverschuldung Japans in noch schwindelerregendere Höhen steigen. Nach Ansicht der Ratingagentur Fitch dürfte der Schuldenstand am Jahresende bei 239 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegen. Nur zum Vergleich: Der griechische Wert von 160 Prozent treibt die Hüter des Euro gerade von einer Verzweiflung in die nächste.

Anders als Griechenland verfügt Japan aber noch über ein ordentliches A-Rating. Das lässt sich mit abgestellten Atomreaktoren auf Dauer nicht halten. Japans Industrie ist daher dringend auf teure Öl- und Gasimporte angewiesen. Sie ist auch stark von Exporten abhängig. Doch dafür sind die Aussichten wegen der Euro-Krise nicht eben rosig. An diesem der Not geschuldeten Muster zeigt sich, wie riskant ein sofortiger kompletter Atomausstieg für Deutschland wäre, den Teile der Opposition für möglich halten.

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