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Neue OZ: Kommentar zu Spanien

Osnabrück (ots)

Republikanisches Lehrstück

Wieso essen sie keinen Kuchen?, soll Marie Antoinette gefragt haben, als sich das Volk vor der Französischen Revolution beklagte, kein Brot mehr zu haben. Wenige Jahre später verlor die Königin durch das Fallbeil ihren Kopf.

Belegt ist das Zitat nicht, und doch wurde es zum Sinnbild einer zynischen Haltung von Aristokraten gegenüber dem Volk. In Afrika Elefanten zu jagen, während daheim die Banken wanken, scheint durchaus von solchem Kaliber zu sein. Juan Carlos war daher gut beraten, um Verzeihung zu bitten - auch wenn offenblieb, wofür. Dass er als Ehrenpräsident der Tierschützer vom WWF Elefanten jagt? Dass er in Krisenzeiten Zehntausende Euro dafür ausgibt? Oder bedauerte er eher, dass dies unglücklich publik wurde, nachdem er sich verletzte, zumal sich sein nur 13-jähriger Enkel auf einem Landgut erst unlängst wenig rühmlich in den Fuß geschossen hatte?

Gegen solche Sorgen würde mancher Spanier seine eigenen wohl gerne eintauschen. Die spanische Presse, ansonsten betont milde gestimmt, fängt jedenfalls an, die Königsfamilie zu hinterfragen. Das generelle Gebaren des Hofstaats sieht sie ebenso mit neuen Augen wie die häufige Begleitung des Königs durch eine Frau, die nicht seine Gattin ist.

Auch für den Rest Europas bietet Spanien derzeit ein republikanisch-heilsames Lehrstück: dass eine adelige Herkunft nämlich zu gar nichts berechtigt und es nicht den geringsten Anlass zur Bewunderung gibt.

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