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Neue OZ: Kommentar zu Kultur

Osnabrück (ots) - Straßennetz im Hier und Jetzt

Von Künsten wird gern als Seismografen gesprochen, ganz so, als seien sie Bewegungsmelder für das schwache Zittern, das dem großen Beben vorausgeht. Hinter diesem Bild steht allerdings die Überzeugung, dass die Künste nur Beiwerk sind. Sie taugen bestenfalls zum Symptom. Wirklich wichtig sind sie offenbar nicht.

Lesen wir an Stand und Zustand der Künste also lediglich ab, was sich eigentlich auf der Welt abspielt? Nein. Die Sache verhält sich genau andersherum. Kunst und Kultur sind nicht nur Zeichen für Veränderung, sie stellen diese Veränderung selbst dar und formen allzu oft sogar ihren weiteren Verlauf. In der durchgehend medialisierten Gesellschaft repräsentiert Kultur nicht nur die Gesellschaft, sie avanciert zu deren zentralem Organ.

Allerdings ist damit nicht mehr die utopische Vorwegnahme vermeintlich idealer Zustände gemeint. Statt der einen Autobahn ins Paradies gibt es ein Straßennetz im Hier und Jetzt. Schon das befreit, von jenen Patentlösungen, die noch nie funktioniert haben.

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