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Neue OZ: Kommentar zu USA
Wissenschaft
Bakterien

Osnabrück (ots) - Fantasie anregend

Arsen wird wegen seiner giftigen Wirkung auch Erbschaftspulver genannt. Schon so manche Person in Geschichte oder Literatur fiel dem Halbmetall zum Opfer. Aber das Element mit der Ordnungszahl 33 kann auch Leben erhalten. Bereits in der Antike wurden arsenhaltige Mineralien als Arzneimittel verwendet. Neu ist hingegen, dass Arsen sogar lebensspendend sein kann - eine wahrlich bedeutende Erkenntnis, die US-Wissenschaftler nun mit der Entdeckung eines Arsen fressenden Bakteriums gemacht haben.

Der Organismus, der das tödliche Element sogar in sein eigenes Erbgut einbaut, beweist, dass die Vielfalt der irdischen Lebensformen größer ist als bislang angenommen. Und er fordert uns zugleich zu grenzenlosem Denken auf. Zwar entsprechen die nur unter dem Mikroskop erkennbaren Bakterien des Stammes GFAJ-1 nicht gerade einem Adonis der Evolution oder gar einem Alien, wie schon zu lesen war. Aber die Neuartigkeit regt die Fantasie an: Welche Form von Leben gibt es in der noch weitgehend unerforschten Tiefsee? Ganz zu schweigen davon, welche Entdeckungen bei Flügen zu benachbarten Himmelskörpern nun mehr denn je vorstellbar sind. Es scheint nicht mehr unwahrscheinlich, den Begriff des Lebens eines Tages neu definieren zu müssen.

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