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Neue OZ: Kommentar zu Wulff
Israel

Osnabrück (ots) - Geste mit großer Symbolwirkung

Eines muss man Christian Wulff lassen: Der früher zurückhaltende Niedersachse entwickelt zunehmend ein Gespür für Gesten mit großer Symbolwirkung, um politische Botschaften zu senden. Noch als Ministerpräsident in Hannover berief er mit Aygül Özkan die erste türkischstämmige Ministerin ins Kabinett, später - als Bundespräsident - schlägt sein Satz "Der Islam gehört zu Deutschland" Wellen in der Integrationsdebatte.

Bei seinen ersten Staatsbesuchen lobte Wulff in Moskau und Warschau die Freundschaft zu Russland und Polen, jüngst in Prag bekannte er sich zu der Verantwortung Deutschlands für die Gräueltaten der Nazi-Zeit.

Jetzt gelingt dem Bundespräsidenten der Brückenschlag der Holocaust-Erinnerung zwischen den Generationen: Tochter Annalena und eine Schülergruppe begleiten den 51-Jährigen zur Gedenkstätte Yad Vashem. Das beeindruckt auch die eher skeptischen Israelis. Nicht nur, weil es ein ungewöhnliches Zeichen ist. Sondern weil sie spüren, dass Wulff es mit dem Aussöhnungsgedanken ernst meint.

Allerdings muss der höchste deutsche Repräsentant aufpassen, dass gut gemeinte Gesten nicht zur Show verkommen. Der rote Teppich für Pop-Sternchen Lena auf dem Flughafen in Langenhagen war ein Missgriff, der ihm als Bundespräsident nicht mehr passieren sollte.

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