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Neue OZ: Kommentar zu Agrar
Umwelt

Osnabrück (ots) - CDU zieht Reißleine

Die goldenen Zeiten für die Agrarindustrie in Niedersachsen neigen sich offenbar dem Ende zu. Augenscheinlich ist die CDU nicht länger bereit, dem hemmungslosen Bau neuer Großmastställe und maisgefütterter Biogasanlagen tatenlos zuzusehen oder dafür sogar noch als Steigbügelhalter zu dienen.

Die Initiative für einen einstweiligen Zulassungsstopp und drastische Genehmigungsauflagen ist zwar zunächst nur auf den Kreis Emsland beschränkt, wo der Trend zu Agrarfabriken besonders krasse Züge angenommen hat. Aber Sympathie für diesen Kurs gibt es unverkennbar bis in die Spitze der Landes-CDU und der Regierungskoalition.

Tatsächlich bröckelt die Akzeptanz in der Bevölkerung für einen weiteren Zuwachs an Tierfabriken derart, dass dieses Thema zu einem wichtigen Faktor bei künftigen Wahlen werden könnte. In Südoldenburg, dem Emsland oder auch in der Lüneburger Heide, wo Hunderte neuer Hähnchenmastställe aus dem Boden gestampft werden sollen, können die Politiker vor Ort ein Lied davon singen. Hier nun die Reißleine zu ziehen nach dem Motto "Das Maß ist voll" könnte für die CDU allerdings auch seine Tücken haben. Zum einen dürften juristische Auseinandersetzungen mit enttäuschten Antragstellern drohen; zum anderen bahnt sich die pikante Situation an, dass ausgerechnet eine Landwirtschaftsministerin mit Herkunft aus der Agrarindustrie dieser mächtigen Lobby die Stirn bieten müsste. Für Astrid Grotelüschen wahrlich eine enorme Herausforderung!

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