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Neue OZ: Kommentar zu Nobelpreis
Literatur
Llosa

Osnabrück (ots) - Futter für den Bandwurm

Wie einen immer hungrigen Bandwurm, auf den der Befallene alles in seinem Leben ausrichten muss: So beschrieb Mario Vargas Llosa einmal die Berufung zum Schriftsteller - unappetitlich, aber einleuchtend. Seit Jahrzehnten entdeckt der diesjährige Literaturnobelpreisträger sich und sein Schreiben immer wieder neu, er füttert den Bandwurm mit gleichbleibender Leidenschaft.

Mit seinen Werken will er die Wirklichkeit verstehen helfen - und sich gegen sie auflehnen. Dabei ging es für ihn vorrangig um die lateinamerikanischen Diktaturen, aber immer auch um die Unfreiheit von Menschen überhaupt. Er verkörpert damit selbst den Typ Schriftsteller, für dessen Fortbestand er nachdrücklich eintritt: den engagierten, sich einmischenden, furchtlosen. Er hat sich deshalb schon selbst als Dinosaurier bezeichnet, umgeben von Autoren, die nichts wollen, als zu unterhalten. Nicht dass Vargas Llosa nicht unterhalten wollte. Oder könnte. Im Gegenteil: Die Unterhaltung ist für ihn Teil eines Gesamtkunstwerks.

Vargas Llosa hat sehr viel für die Literatur und mit der Literatur geleistet. Die Entscheidung, ihm den Nobelpreis zu geben, ist genau richtig. Ganz egal, ob eins der Motive dafür eventuell auch die lange Wartezeit Lateinamerikas war. Zumal dieser Lateinamerikaner zusätzlich ein eingefleischter Europäer ist.

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