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Neue OZ: Kommentar zu EU
Finanzen

Osnabrück (ots) - Lahme Ente

Die Mühlen der EU mahlen langsam. Zwei Jahre sind seit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers ins Land gegangen, bis die Kommission jetzt endlich schärfere Regeln für den Handel mit hochspekulativen Finanzprodukten vorgelegt hat. Und noch einmal zwei Jahre könnten verstreichen, ehe die neuen Bestimmungen in Kraft treten. Wieder einmal erweist sich die von starken nationalen Unterschieden geprägte Europäische Union als lahme Ente. Andere sind schon weiter, siehe die USA.

Auch mit der Konsequenz der beschlossenen Maßnahmen ist es nicht weit her. Der US-Großinvestor Warren Buffett verglich Derivate einst mit Massenvernichtungswaffen. Trotzdem sollen die neuen Regeln für diesen Waffenhandel zwar auf die Finanzinstitute, nicht aber auf alle anderen Branchen angewandt werden. Spekulanten könnten diese Lücke als neues Einfallstor nutzen.

Am schwersten aber wiegt, dass ungedeckte Leerverkäufe nicht generell verboten werden. Bei Leerverkäufen leiht sich ein Anleger Wertpapiere und verkauft sie in der Hoffnung, sie später billiger zurückkaufen zu können. Von ungedeckten Leerverkäufen spricht man, wenn der Investor die Papiere nicht zuvor leiht. Wer solcher Finanzakrobatik keinen Riegel vorschiebt, darf sich über den nächsten Absturz nicht wundern. Hier hat die EU versagt.

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