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Neue OZ: Kommentar zu Banken
Basel III

Osnabrück (ots) - Keine Versicherung gegen die Krise

Auch wenn es so scheinen soll: Basel III ist noch keine Versicherung gegen die nächste Finanzkrise. Die strengeren Regeln für die Banken machen ihren Zusammenbruch lediglich unwahrscheinlicher.

Selbst mit den neuen Vorgaben wird im Zweifel auch künftig der Steuerzahler für Großbanken in der Krise haften müssen. Dass Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden, bleibt weiterhin ein ungeschriebenes Gesetz im Finanzsektor. Sobald die Verluste einer systemrelevanten Bank ihre eigenen Rücklagen übersteigen, wird ihr Überleben mit Steuermilliarden gesichert werden - wie aktuell im Fall der Hypo Real Estate.

Der Staat muss aber dafür sorgen, dass dieses Risiko minimiert wird. Basel III ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. Banken müssen größere Rücklagen bilden, um sich mit diesem Geld selbst retten zu können. Die kürzlich beschlossene Bankenabgabe reicht dazu nicht aus: Es wird Jahrzehnte dauern, bis die Finanzhäuser eine ausreichende Summe angespart haben, die einen Zusammenbruch verhindert.

Warnrufe vor einer Kreditklemme durch Basel III sind nicht angebracht. Selbst wenn Banken in einem Übergangszeitraum zurückhaltender Kredite vergäben, um eigene Risiken zu minimieren: Was wäre denn dabei, wenn die Geldhäuser weniger Kredite bewilligten? Schließlich ist die Finanzkrise gerade dadurch entstanden, dass sie in diesem Punkt bisher viel zu leichtfertig waren.

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