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Neue OZ: Kommentar zu BP/Libyen

Osnabrück (ots) - Öl-Barone wollen BP sturmreif schießen

Langsam fällt es auf. Nicht etwa, dass BP ziemlich lange gebraucht hat, um das Öl zu stoppen. Sondern dass der Umgang mit dem Unternehmen in den USA etwas merkwürdig ist. Öffentliche Hilfe, vielleicht gar von Navy oder NASA, gab es nur bedingt, wohl aber Vorwürfe und Forderungen en masse ohne Rücksicht auf das eigene Versagen in Sachen Öl. Einen neuen Höhepunkt erlebt die Hetze jetzt, just als das Loch vorerst dicht ist und der Bestand von BP damit ein wenig sicherer scheint.

Die Briten machten sich im Zuge der Freilassung des Lockerbie-Attentäters Gedanken um ihre Geschäfte und sollen sich unzulässig eingemischt haben. Umgekehrt wird indes eher ein Schuh daraus. So hatte sich BP nach dem Protest aus den USA gesorgt, dass das Verhältnis zu Libyen leidet. Ja, wieso auch nicht? Wer hat sich hier denn wo eingemischt? Die USA in ein britisches Gerichtsverfahren oder BP in amerikanische Stimmungsmache?

Es scheint fast, als wolle jemand aus der US-Öl-Branche die Briten sturmreif schießen, um Förderrechte des europäischen Konkurrenten billig einzusammeln. Weil das Öl-Drama als Munition an Wirkung verliert, muss offenbar das nächste Thema her.

Das politisch flankierte Vorgehen gegen BP erinnert dabei stark an die Rückruf-Kampagne gegen Toyota, die genau dann auf Hochtouren lief, als die US-Hersteller am Boden lagen. Letzte Woche stellte sich heraus, dass es die mangelhaften Gaspedale aus Japan gar nicht gab. Nach reinem Zufall sieht das nicht aus, weder damals bei Toyota noch jetzt bei BP.

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