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Neue OZ: Kommentar zu Konjunktur
Prognose

Osnabrück (ots) - Wer kauft mehr?

Wohin steuert die Konjunktur? Diese Frage ist für Unternehmer wie für Regierende bedeutsam, geht es doch um die Sicherung von wirtschaftlicher Existenz und politischer Macht. So erklärt sich, dass eine große Wirtschaftsorganisation wie der DIHK gemeinsam mit Wirtschaftsminister Brüderle ins Horn der Optimisten bläst. Schließlich besteht Wirtschaft zum Großteil aus Psychologie.

Man darf aber nicht den Fehler begehen, die gegenteilige Auffassung von Forschungsinstituten wie HWWI oder ZEW als Pessimismus von Theoretikern abzutun. Denn Analysten und institutionelle Investoren, die etwa vom ZEW nach ihren Erwartungen befragt werden, sind durchaus praxiserprobt und haben oft einen größeren Erfahrungshorizont als Manager und Firmenchefs.

Unter den hoch entwickelten Volkswirtschaften hat die deutsche die Erschütterungen durch Banken- und Griechenland-Euro-Krise am besten überstanden. Das spricht für die hiesige Ordnung der sozialen Marktwirtschaft und für die These, dass sich damit der Aufschwung festigen lässt. Doch sind die Konjunkturgefahren aufgrund des europaweiten Zwangs zum Sparen groß. Die Antwort darauf, wer mehr deutsche Autos, Maschinen und Panzer kaufen wird, wenn überall Löhne eingefroren, Steuern konsequent kassiert und Militärhaushalte gekürzt werden, kennen auch der DIHK und Minister Brüderle nicht.

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