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Neue OZ: Kommentar zu Israel
Gaza

Osnabrück (ots) - Irrsinn an Deck

Der ganze Irrsinn des israelisch-palästinensischen Konflikts ist über die Decks der "Mavi Marmara" gefegt. Weniger, weil es beim missglückten israelischen Kommando-Unternehmen gegen das Passagierschiff nebst Begleitbooten Tote und Verletzte gegeben hat. Sondern weil diese Gewalt so sehr gewollt war. Und zwar von beiden Seiten.

Israels Hardliner-Regierung hätte allerhand risikoärmere Mittel gehabt, den Hilfstransport von Palästinensern und ausländischen Hamas-Sympathisanten am Durchbrechen zum Gazastreifen zu hindern. Wer in einer solchen Lage gleich aufs Ganze geht, dem liegt weniger an Menschenleben als am Zurschaustellen überlegener Macht.

Weshalb Israel viel von dem Ärger und der Verachtung verdient, die es sich mit diesem Überfall eingebrockt hat. Auch wenn bis zum Beweis des Gegenteils wenig für die Version der Überfallenen vom tödlichen Kampf auf der "Mavi Marmara" spricht.

Nahe liegt hingegen, dass die Urheber des Transports bekommen haben, was sie suchten: spektakuläre Gewalt, in der Folge einen Propagandasieg, eine Woge arabischer Solidarität mit dem Hamas-Regime in Gaza, maximale Aufmerksamkeit für die menschenrechtswidrige Blockade des Gazastreifens durch Ägypten und Israel.

Wäre es um lautere Motive gegangen, hätten die Absender ihre Schiffe nicht sehenden Auges in größte Gefahr gesteuert. Sie waren gewarnt; sie mussten mit dem Schlimmsten rechnen.

Das lässt auch ihre Mitläufer aus Westeuropa ganz schlecht aussehen. Solche Leute helfen nicht den Armen und Bedrängten. Im Gegenteil, sie schüren den Konflikt - auch dies ein Irrsinn sondergleichen.

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