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Neue OZ: Kommentar zu USA
Umwelt
Öl

Osnabrück (ots) - Pure Verzweiflung

Mit seinem zweiten Kurzbesuch im Mississippi-Delta poliert der US-Präsident seinen Ruf als Retter. Doch der Kredit ist längst verspielt, die Kontrolle Barack Obama abhandengekommen. Die schlimmste Ölpest in der US-Geschichte ist nicht mehr zu verhindern.

Wenn Obama in dieser Lage gegen die in das Desaster verwickelten Konzerne BP, Transocean und Halliburton keilt und den Ölmultis eine härtere Gangart androht, sprechen daraus pure Verzweiflung und Opportunismus. Durch das Aussetzen von Probebohrungen vor Alaska und der Atlantikküste spielt der Präsident auf Zeit. Außerdem lenkt er ab von eigenen Versäumnissen und solchen seiner Vorgänger. Schlendrian und Schlamperei in der dem Innenministerium unterstellten Rohstoffbehörde MMS müssen schnellstens abgestellt werden. Der Rücktritt des Behördenchefs reicht nicht.

Fernab des absurden Geplänkels um Gummi und Golfbälle zum Stopfen eines seit fünf Wochen sprudelnden Bohrlochs bleibt eine einzige positive Aussicht: dass sich nicht nur die energiehungrigen Amerikaner, sondern die Menschen weltweit Gedanken machen über den Verbrauch von Wärme, Strom und Sprit. Erst wenn die Einsicht zum Sparen wächst, findet vielleicht der Irrsinn von Risiko-Bohrungen ein Ende.

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