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Neue OZ: Kommentar zu Guttenberg

Osnabrück (ots) - In der Offensive

Während seine Kabinettskollegen in der Deckung bleiben, prescht der Verteidigungsminister vor und sucht mit Sparplänen die Offensive. Das ist finanzpolitisch sinnvoll, geht in seiner Bedeutung aber weit darüber hinaus. Karl-Theodor zu Guttenberg zeigt abermals, warum er vom bayrischen Baron mit leicht schnöselhafter Attitüde binnen kürzester Zeit zum beliebtesten deutschen Politiker wurde: Er traut sich was und ist beeindruckend undogmatisch. Das war in seiner kurzen Zeit als Wirtschaftsminister so, als er sich Opel gegenüber skeptisch zeigte, und das beweist er jetzt erneut.

Fast gewinnt man den Eindruck, Guttenberg freue sich über Druck, gibt er ihm doch Anlass, falsche oder auch richtige, in jedem Fall aber hemmende Rücksichtnahmen über Bord zu werfen und wirklich einmal neu zu denken. Das Thema Kasernen etwa war immer ein regionalpolitisches Steckenpferd der Abgeordneten. Die Wehrpflicht, die der CSU-Politiker infrage stellt, gilt als Glaubenssatz vieler Bürger. Und Rüstungsprojekte sind von jeher Lieblingskinder der hohen Militärs.

Mit allen und jedem legt Guttenberg sich an. Das ist mutig, und das ist richtig, zumal er es nicht planlos tut, sondern eingebettet in ein strategisches, schlüssiges Konzept. Das verdient Respekt und sollte anderen Ressorts wie etwa Arbeit und Sozialem ein Vorbild sein, wie auch mit weniger Geld gestaltende Politik möglich ist oder das Sparen sogar Chancen dazu erst eröffnet.

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