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Neue OZ: Kommentar zu Öl-Katastrophe
BP

Osnabrück (ots) - Inkompetenz in Zeiten der Katastrophe

British Petroleum (BP) wird für die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko bezahlen. Der Konzern zeichnet verantwortlich für die verheerenden Folgen nach der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon". So viel steht fest. Dass die US-Regierung jedoch daraus ableitet, BP als Stümper auf dem Gebiet der Bohrindustrie zu behandeln, zeugt von politischer Unreife. Entweder das Kabinett kooperiert mit BP, um gemeinsam alles Menschenmögliche zu leisten. Oder aber es beauftragt andere Firmen damit, das Leck abzudichten. Stattdessen stellt sich Innenminister Ken Salazar hin und bezweifelt die Kompetenz des Ölriesen.

Dabei kämpft BP seit Wochen verzweifelt, aber im Bewusstsein der eigenen Schuld gegen die gnadenlos weitersprudelnden Öl-Massen in 1600 Meter Tiefe: Die Stahlglocke war für das Manöver nicht geeignet; das zurzeit eingesetzte Rohr pumpt nur einen Bruchteil des Öls ab. Jetzt soll Schlamm Abhilfe schaffen. Was abenteuerlich klingt, wird von Wissenschaftlern zu bewerten sein. Hier könnte der unabhängige Sonderausschuss hilfreich sein, den US-Präsident Barack Obama eingesetzt hat.

Dieser wird an Öl-Bohrungen vor der Küste festhalten, was richtig ist. Doch nur, wenn dieser Vorgang so sicher wie möglich abläuft. Sollte BP tatsächlich fahrlässig ein provisorisches Ventil in dem Unglücks-Bohrloch eingebaut haben, könnte das Unternehmen wie die "Deepwater Horizon" untergehen. Der Preis für Schlampereien in der Natur ist hoch.

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