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Neue OZ: Kommentar zu Kultur

Osnabrück (ots) - Google öffnet neue Welten - und verschließt den Blick für eine Welt, die schon existiert. Nach dieser einfachen Formel funktioniert, was nicht erst in Zeiten des Internets gilt: Medien sind keine schlichten Übertragungskanäle, sondern Formate, die bestimmen, was Menschen wissen, wahrnehmen und erinnern. Die Google-Suche konditioniert den Blick Jugendlicher offenbar schon so sehr, dass ganze Kontinente der Kultur aus dem Blick geraten. Wie bitter.

Diese Feststellung ist weit mehr als kulturkritischer Fatalismus. Das nüchterne Fazit in Sachen Bibliotheksnutzung alarmiert. Denn mit Büchern geraten ganze Wissens- und Erfahrungsbestände aus dem Blick, gehen Fertigkeiten bündigen Argumentierens verloren. Wird ausgerechnet mit dem grenzenlosen Medium des Internets unsere kulturelle Welt in Wirklichkeit ein Stück kleiner?

Vielleicht. Immerhin macht schon die Frage klar, wie paradox Medien funktionieren. Sie öffnen den Blick und verstellen ihn zugleich. Dagegen hilft nur eines - der Medienmix. Internet? Selbstverständlich. Das Buch? Unbedingt! Andere Medien ebenfalls - zum Beispiel die Tageszeitung.

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