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Neue OZ: Kommentar zu Gewerkschaften

Osnabrück (ots) - In Maßen in Ordnung

Von rosigen Zeiten können die Gewerkschaften derzeit kaum sprechen. Die Zahl ihrer Mitglieder sinkt stetig, die Aufgaben und Herausforderungen aber sind mindestens gleich geblieben. Und weil sich aus den verschiedensten Gründen immer weniger Beschäftigte organisieren wollen, sinkt auch der Einfluss der Gewerkschaften etwa in Tarifverhandlungen.

Wer kann es ihnen in dieser Situation verdenken, dass sie mit zusätzlichen Anreizen weitere Arbeitnehmer anlocken wollen? Frei nach dem Motto: Eine Mitgliedschaft soll sich wieder lohnen. Warum nicht eine günstige Sonderregelung und zwei Urlaubstage zusätzlich - exklusiv für alle, die (noch) dazugehören? Zumindest in Maßen ist dieser Extrabonus völlig in Ordnung. Schließlich verhalten sich die Außenstehenden wie Trittbrettfahrer: Es wäre nicht gerecht, wenn alle von den Vorteilen profitieren, aber nur wenige mühsam dafür kämpfen oder wenigstens einen Mitgliedsbeitrag zahlen.

Schwierig wird es jedoch, wenn die Vergünstigungen und damit die Unterschiede zwischen Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern zu immens sind. So wäre es unpassend, einzig und allein Gewerkschafter von betriebsbedingten Kündigungen auszuschließen. Denn in so einem Fall würde der Druck auf die nicht Organisierten in unangemessene Höhe steigen.

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