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Neue OZ: Kommentar zu Sicherheit
Videoüberwachung
Datenschutz

Osnabrück (ots) - Hemmungslos

Kein Zweifel: Videokameras an Straßen, in Bahnhöfen oder Fußballstadien können gute Dienste leisten. Mit ihrer Hilfe lassen sich Gefahren schnell erkennen und Übeltäter überführen. Das dient der öffentlichen Sicherheit. Gefordert sind allerdings beim Einsatz dieser Überwachungsgeräte Augenmaß und strikte Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben. Daran scheint es in Niedersachsen jedoch gewaltig zu hapern, wie die Erkenntnisse des Datenschutzbeauftragten belegen.

Das Erschütternde daran ist, dass es sich bei den Videosündern nicht um private Firmen handelt, sondern um öffentliche Dienststellen: Ministerien, Behörden, Polizei, Justiz und Kommunen. Gerade sie müssten sich dem Datenschutz besonders verpflichtet fühlen, doch offenbar kennen viele von ihnen keine Hemmungen beim Filmen - oder sind zumindest völlig unsensibel. Wenn feste Kameras sogar in Toiletten installiert werden oder in Umkleidekabinen lugen können, verstößt das eklatant gegen die Menschenwürde. Solche Praktiken müssen umgehend abgestellt werden.

Ausforschung, Überwachung und Datenmissbrauch breiten sich aber auch allgemein stark aus. Gut möglich, dass angesichts dieser Entwicklung der Datenschutz in unserer Gesellschaft einmal einen ähnlichen Stellenwert bekommt wie das Megathema Umwelt.

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