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Neue OZ: Kommentar Feuilleton

Osnabrück (ots) - Im Teufelskreis fataler Muster Über zwanzig Jahre alt ist der Film schon - und seine Bühnenversion nach wie vor ein Publikumsmagnet vieler Theater landauf, landab. Umso mehr wird es Fans von "Das Fest" schocken, wenn in der Fortsetzung das Missbrauchs-Opfer selbst zum Täter wird. Christians angsterfüllte und doch mutige Anklage des Vaters erweist sich im Nachhinein als ohnmächtiges Rütteln an psychischen Ketten, die ihn selbst gefangen halten. Das ist höchst deprimierend - aber in vielen Fällen wahr, wie die Wirklichkeit zeigt. Es reicht oft nicht, den Teufelskreis aus Verletzung, Ohnmacht, Wut und Gewalt mit dem Kopf zu durchschauen wie Christian - ohne professionelle Hilfe lässt sich Verhalten nicht leicht ändern. So wird sich jetzt auch die katholische Kirche mit ihren Gewalt- und Missbrauchsfällen gründlich befragen müssen, welche fatalen Muster in vielen ihrer Einrichtungen über Generationen hinweg nicht durchbrochen wurden. Dabei geht es nicht wieder nur allein um Schuldzuweisung und Bestrafung, sondern um echte Reifungsprozesse. Pressekontakt: Neue Osnabrücker Zeitung Redaktion Telefon: 0541/310 207 Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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