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Neue OZ: Kommentar zu Afghanistan
Klein
Ausschuss

Osnabrück (ots) - Verheerende Entfernung Na, da hat der Kundus-Untersuchungsausschuss ja schon seine erste tief schürfende Erkenntnis: Georg Klein, der den folgenschwersten Angriff der Bundeswehr in Afghanistan befohlen hat, ist ein honoriger Mann. Einer, der auch zu problematischen Entscheidungen steht. Wen hatten die Abgeordneten erwartet? Den Vollstrecker des bethlehemitischen Kindermords? Im Umgang mit dem Oberst hat das Parlament deutlicher denn je offenbart, wie weit es von der Bundeswehr weg ist. Nur aus dieser Distanz konnten sich Politiker - wie auch so manche Journalisten - dazu hinreißen lassen, Klein in die Nähe von Kriegsverbrechen zu rücken, ehe Lage und Umstände auch nur in Umrissen erkennbar waren. Und jetzt auf halb garen Urteilen zu beharren und doch im gleichen Atemzug zu sagen, dass noch so viele Fragen offen seien. Sich so weit auf Abstand zur Bundeswehr halten, mag bequem sein. Weil es Platz lässt, sich von allem lautstark zu distanzieren, was schiefläuft. Doch die Wirkung ist verheerend: Das gesamte Führungsprinzip dieser Armee bis runter auf die Gruppenführerebene baut auf Eigeninitiative und auf Entschlüsse aus pflichtgemäßem Ermessen. Die Praxis, die Einsätze, speziell der Fall Klein aber zeigen: In der deutschen Öffentlichkeit gibt es dafür keinen Rückhalt. Nicht einmal im Bundestag, der höchsten Instanz in Sachen Militär. Pressekontakt: Neue Osnabrücker Zeitung Redaktion Telefon: 0541/310 207 Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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