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Neue OZ: Kommentar zu Afghanistan
Bundeswehr

    Osnabrück (ots) - Ohrfeige für die Politik

    Afghanistan bleibt das große außenpolitische Thema, das auch die Innenpolitik bis auf Weiteres prägen wird. Vieles spricht für jahrelange qualvolle Diskussionen.

    Perspektiven? Da nimmt morgen der Untersuchungsausschuss zur Kundus-Affäre seine Arbeit auf. Man braucht kein Hellseher zu sein, um sich das politische Hickhack um das irgendwann zu erwartende Ergebnis vorzustellen. Dann schauen viele wie hypnotisiert auf die bevorstehende Afghanistan-Konferenz in London. Ja, sie ist wichtig. Aber was wird der kleinste gemeinsame Nenner sein?

    Mehr Soldaten? Obama plant eine Verdreifachung der US-Truppen. Deutsche Militärs fordern schon jetzt eine Aufstockung um mindestens tausend Männer und Frauen. Dabei soll das deutsche Kontingent "mehr Risiken" eingehen, forderte der amerikanische ISAF-Kommandeur. So perfide es sich anhört - damit sind mehr tote Soldaten einkalkuliert. Politische Einigkeit über deutsche Rückzugsperspektiven oder Strategien gibt es nicht.

    Gleichzeitig müssen die Parteien des bürgerlichen Lagers in Deutschland erkennen, dass mangels klarer Aussagen die beiden großen Kirchen inzwischen dabei sind, Sprachrohr der (kritischen) öffentlichen Meinung zu werden. Das ist nicht schlimm. Aber eine Ohrfeige für die Politik.

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