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Neue OZ: Kommentar zu Verbraucher
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Osnabrück (ots) - Bittere Pillen Es ist eine bittere Erkenntnis. Nicht erst seit Beginn der aktuellen Wirtschaftskrise, sondern schon seit Jahren sinken die Realeinkommen vieler Beschäftigter. Die Inflation spielt dabei eine wichtige Rolle - aber bei Weitem nicht die einzige. Überdies ist in vielen Bereichen der Bruttoverdienst unter Druck geraten. Öffnungsklauseln erlauben es, von Tarifen abzuweichen; wenn es die überhaupt noch gibt. Zwei Drittel der deutschen Unternehmen sind überhaupt keinen Tarifverträgen mehr verpflichtet - und nur noch 50 Prozent der Beschäftigten fallen unter diese Verträge. Nicht immer, aber häufig hat dies für die Arbeitnehmer negative Folgen: Sondervergütungen werden gestrichen, ganze Abteilungen ausgelagert, zu schlechteren Konditionen weiterbeschäftigt oder durch billigere Zeitarbeiter ersetzt. Zudem wächst die Zahl der Niedriglöhner. Sicher: Das alles hat dazu beigetragen, Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten. Doch hat auch diese Medaille zwei Seiten. Mies bezahlte oder verunsicherte Arbeitnehmer sind schlechte Konsumenten. Der private Verbrauch hat aber einen Anteil von mehr als 50 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Ihn zu dämpfen ist höchst gefährlich - gerade in wirtschaftlich höchst labilen Phasen wie gegenwärtig. Die Verabreichung weiterer bitterer Pillen sollte deshalb tunlichst vermieden werden. Pressekontakt: Neue Osnabrücker Zeitung Redaktion Telefon: 0541/310 207 Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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