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Neue OZ: Kommentar zu Klimagipfel

    Osnabrück (ots) - Krise statt Krönung

    Kopenhagen hätte die Krönung für den Klimaschutz werden können. Stattdessen wird es künftig ein Synonym für Krise sein. Der Gipfel mit einem in der Geschichte der Vereinten Nationen einmaligen Treffen von fast 120 Staats- und Regierungschefs endet mit einem Fiasko - auch wenn UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon das Ergebnis gerne als Erfolg verkaufen möchte.

    Es reicht nicht, das Ziel zu formulieren, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad bis Ende des Jahrhunderts im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen - und ansonsten nur wachsweiche Worte zu wählen. So kommt Klimaschutz keinen Millimeter voran. Das hätten all diejenigen im Auge behalten müssen, die nationalen Eigensinn vor eine gemeinschaftliche Strategie stellten und so ein substanzielles Resultat verhindert haben.

    Das gilt für China ebenso wie für die USA. Die EU muss sich vorhalten lassen, ungeschickt verhandelt zu haben. Dieser Vorwurf trifft besonders die dänische Konferenzleitung, die den Gipfel nur ungenügend vorbereitet und dann auch ohne Fingerspitzengefühl durchgeführt hat.

    Fazit: Der Klimawandel macht an Grenzen zwar nicht halt. Aber alle Beteiligten müssen sich ernsthaft der Frage stellen, ob es wirklich weiter Sinn macht, unter dem Dach der UNO vorzugehen. Wie soll das gehen: Vertreter von nun 193 Staaten verhandeln - und nur das fließt in ein Abkommen ein, was von allen angenommen wird? Selbst unter Freunden kann Konsens nicht immer gelingen.

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