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Neue OZ: Kommentar zu Klimagipfel und Kohlekraftwerke

    Osnabrück (ots) - Brücken allein reichen nicht

    Wer die Veranstaltung in Kopenhagen für einen Moment mit Abstand betrachtet, darf sich freuen: Die Spannung steigt und eine Menge Regierungschefs wetteifern mit gewichtigen Statements schon vor ihrer Ankunft um den besten Auftritt. Dieser Klimagipfel ist von historischer Größe und überall Thema - wer solch ein Szenario vor 20 Jahren beschrieben hätte, wäre ausgelacht worden. Damals hatten die, die sich um das Klima sorgten, größte Schwierigkeiten, ernst genommen zu werden. So gesehen ist Kopenhagen schon jetzt ein Erfolg, und daran darf man ruhig hin und wieder erinnern.

    Dann aber geht der Blick wieder direkt aufs Geschehen, wo etwa Minister Röttgen moderne Kohlekraftwerke lobt. Was bedeutet das - nur Tage nach dem Aus für das geplante Kohlekraftwerk Dörpen? Im Grunde gar nichts. Natürlich sind neue Kohlekraftwerke weniger starke CO2-Schleudern als alte. Auch neue Atomkraftwerke sind sicherer als ihre Vorgänger. Aber darum geht es gar nicht. Entscheidender ist die Frage, wie schnell Kohle- und Atomkraftwerke überflüssig werden. Röttgen nennt sie "Brücken ins regenerative Zeitalter". Das ist hübsch, aber vage. Wann soll dieses Zeitalter beginnen? Und was wird er dafür tun? Hoffentlich mehr, als nur alte Brücken zu erneuern. Denn dabei könnte er das Ziel zu leicht aus den Augen verlieren.

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