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Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit
Rauchen

    Osnabrück (ots) - Die wirklich Schutzbedürftigen

    Nichtraucher müssen vor Rauch geschützt werden, keine Frage. Wo Raucher ihnen diesen Schutz verwehren, tut der Gesetzgeber gut daran, regulierend einzuschreiten. Die Pläne des EU-Parlaments, Rauchen in allen geschlossenen öffentlichen Räumen zu verbieten, sind so gesehen nachvollziehbar. Allein: Die wirklich Schutzbedürftigen sitzen woanders. Sie gehen nicht in Eckkneipen oder Raucherclubs, sie spielen in verrauchten Wohn- und Esszimmern: Kinder. Dass diese nicht von öffentlichen Rauchverboten profitieren, belegt eine aktuelle britische Studie an 3500 Grundschülern: Deren Belastung durch Passivrauchen ist trotz eines Rauchverbots nicht gesunken. Erwachsene Nichtraucher können dem blauen Dunst ebenso ausweichen, wie erwachsene Raucher ihn vermeiden können. Kinder in Raucherhaushalten haben diese Wahl nicht.

    Rauchverbote in der Öffentlichkeit gehen damit so lange am Ziel vorbei, wie der private Raum ausgenommen ist. Will die EU wirklich konsequent sein, wird sie das Rauchen also auch dort verbieten müssen. Das ginge zu weit? Dann müssen Raucher die wirklich Schutzbedürftigen von sich aus schützen. Wenn darauf Verlass ist, braucht die EU nicht weiter zu handeln. Aber nur dann.

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