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Neue OZ: Kommentar zu Unternehmen
Opel

    Osnabrück (ots) - Beim Geld hört die Freundschaft auf

    Peinlich, peinlich: Die selbst ernannten Opel-Retter, allen voran Bundeskanzlerin Angela Merkel, stehen nackt und bloß im Regen, vor die Tür geschubst und abgewatscht von den Chefs des US-Staatskonzerns General Motors. Besonders bemerkenswert: Merkel fing sich ihre Klatsche ein, ohne dass es eine Vorwarnung vom GM-Besitzer, der US-Regierung, gab. Offensichtlich ist es mit der gerade erst so hoch gelobten deutsch-amerikanischen Freundschaft doch nicht so weit her. Oder anders gesagt: Beim Geld hört die Freundschaft auf.

    Obendrein bedeutet die Düpierung der Bundeskanzlerin, die sich vehement für den jetzt geplatzten Verkauf Opels eingesetzt hatte, eine schwere Hypothek für die neue Bundesregierung. Statt die Früchte sinnvoller Vorarbeit zu genießen, steht die Koalition vor einem Scherbenhaufen und muss bei der Opel-Rettung noch einmal ganz von vorne anfangen.

    Wichtig ist jetzt, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen: Das heißt vor allem, sich nicht erneut durch vorschnelle Festlegungen erpressbar zu machen und härter zu verhandeln, als dies in der Vorwahlzeit vielen Politikern opportun erschien. Der neue Wirtschaftsminister Rainer Brüderle steht damit vor einer schweren Bewährungsprobe.

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