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Neue OZ: Kommentar zu Prozesse
Fußball
Stadionverbot
BGH

    Osnabrück (ots) - Zank statt Zustimmung

    Brutale Fans sind das Grundübel des Sports generell. Sie auszuschließen bedarf keiner Überlegung. Anhänger aber bei bloßem Verdacht auf eine Gewalttat mit einem Stadionverbot zu belegen widerspricht dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Wie oft geraten unschuldige Fans auf dem Weg ins Stadion oder nach dem Schlusspfiff in einen Pulk von Störern oder gar Schlägern? Solche Begegnungen gibt es zwangsläufig.

    Die Karlsruher Richter haben die Handlungshoheit den Vereinen gegeben, die eine Schutzpflicht für alle Besucher haben. Mit dem Urteil soll der Weg zu einem friedlicheren Nebeneinander geebnet werden. Geschehen ist genau das Gegenteil: Die Fronten haben sich verhärtet, der Zank ufert aus. Was hat nur den Polizeigewerkschafter Wendt geritten, als er Fans quasi davon abriet, ins Stadion zu gehen, weil sie sich in Lebensgefahr begeben würden? Anstatt den Sicherheitsaspekt in den Vordergrund zu stellen, schürt er mit seinen populistischen Aussagen Angst.

    Wenn sich Wendt etwas bei seinen Behauptungen gedacht hat, dann kann das nur aus Sorge um die Beamten geschehen sein. Denn Polizisten, nicht selten selbst Fans, riskieren Spieltag für Spieltag ihre Gesundheit, wenn sie die Aggressivität von gefrusteten Fans zu spüren bekommen. Aus dieser Sicht wäre der Einwand des Gewerkschafters sogar von einer Portion Vernunft geprägt.

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