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Neue OZ: Kommentar zu EU
City-Maut

    Osnabrück (ots) - Empfehlung ja, Einmischung nein

    Viele größere Städte ächzen wegen des Autoverkehrs. Wer im Zentrum lebt oder arbeitet, muss oft unter verstopften Straßen, Dauerlärm und verschmutzter Luft leiden. Auch hohe Parkgebühren und Umweltplaketten halten längst nicht alle Fahrer von den Innenstädten fern.

    Dennoch bleibt fraglich, ob ausgerechnet die EU-Kommission die Frage des Straßen-Zolls oder der City-Maut - je nach dem, wie man es nennt - klären sollte. Zu unterschiedlich ist die Situation. So kommen Einwohner von Paris, London, Hamburg und Berlin in der Regel bestens ohne Auto zurecht. Das U- und S-Bahn-Netz ist in den Millionenstädten gut ausgebaut, auch Busse fahren bis spät in die Nacht. Doch in Osnabrück, Münster und Oldenburg sieht es ganz anders aus.

    Mancherorts wären autofreie Innenstädte ein Segen - andernorts drohen sie noch mehr zu veröden, wenn zahlreiche Kunden ausbleiben und mit ihren Fahrzeugen zu den Einkaufszentren im Umland ausweichen. Der Umwelt würde diese Verlagerung ebenso sehr schaden. Das Problem des Innenstadtverkehrs lässt sich nicht pauschal und zentral in Brüssel lösen. Empfehlungen sind durchaus in Ordnung, eine zu große Einmischung in die Verkehrspolitik ist es nicht. Entscheiden sollten die Kommunalpolitiker in jeder Stadt. Sie kennen die Lage am allerbesten.

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